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Fragen zu PLAYFAIR

Was ist PLAYFAIR?

PLAYFAIR ist eine Initiative für faire und legale Musikangebote im Internet. Ziel ist es, den Verbrauchern eine Orientierung bei der Nutzung von Musik im Netz zu geben. Im Rahmen dieser Initiative können Online-Shops und Streaming-Dienste, die das dort verfügbare Musikrepertoire von den Rechteinhabern lizenziert haben und bezahlt anbieten, das PLAYFAIR-Gütesiegel nutzen.

Im Vordergrund der Initiative steht der Fairnessgedanke: Nur Online-Services, die die Kreativen sowie ihre Partner an den Einnahmen beteiligen und Vorkehrungen getroffen haben, gegen Rechtsverletzungen vorzugehen, dürfen das PLAYFAIR-Logo tragen.

Damit schafft das Siegel eine Abgrenzung zu solchen Anbietern, die ihre Geschäfte auf Kosten der Urheber und Kreativen machen – zum Beispiel durch Downloads gegen Entgelt, ohne dass eine Lizenz abgeführt wird. Oder aber wenn über Musikflatrates, Premium-Accounts und Werbung auf Basis rechtlich geschützter Werke Einnahmen erzielt werden, die Berechtigten für die Nutzung dieser Werke aber nicht vergütet werden.

Hinter PLAYFAIR steht der Bundesverband Musikindustrie e. V., der das Gütesiegel nach Prüfung der entsprechenden Kriterien an die Dienste vergibt.

Welche Online-Angebote dürfen das PLAYFAIR-Logo tragen?

Gegenwärtig können nur Online-Dienste, die Musik kostenpflichtig im Internet anbieten und diese auch lizenziert haben, PLAYFAIR-Partner werden. Dazu zählen Webseiten, auf denen Musik oder Musikvideos per Download oder Streaming bezahlt zur Verfügung gestellt werden. Oder Versandhändler, bei denen CDs, DVDs oder Schallplatten online bestellt werden können. Dienste, die sich rein über Werbung finanzieren, können natürlich auch legal sein, aber momentan noch keine PLAYFAIR-Partner werden.

Ein Online-Dienst oder ein Shop darf das PLAYFAIR-Logo nur dann auf seiner Webseite sowie in seinen Informationsmaterialien führen, wenn er die Voraussetzung des Gütesiegels erfüllt und einen Vertrag mit dem Bundesverband Musikindustrie e. V. vorweisen kann. Eine Liste der aktuellen PLAYFAIR-Partner findet sich hier.

Sind Musikangebote ohne PLAYFAIR-Logo illegal?

Nicht unbedingt. Sicher ist aber: Wenn ein Online-Shop oder ein Streaming-Portal ein PLAYFAIR-Logo führt oder auf der PLAYFAIR-Webseite gelistet ist, handelt es sich auf jeden Fall um einen legalen Dienst, also einen Dienst, der rechtmäßig agiert, indem er Lizenzvereinbarungen mit den Rechteinhabern abschließt und Vorkehrungen zur Vermeidung von Rechtsverletzungen trifft. Die Liste ist aber nicht abschließend. Gerade zu Beginn der Initiative kann es vorkommen, dass einige Bezahldienste, die zwar auch legal sind, noch nicht aufgeführt sind, zum Beispiel, weil sie sich noch in der Antrags- oder Prüfungsphase befinden.

Gratisdienste, zum Beispiel Internetradios oder kostenfreie Musikvideoplattformen, können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht Partner der Initiative werden – auch dann nicht, wenn es sich um legale Dienste handelt.

Können Gratisangebote PLAYFAIR-Partner werden?

PLAYFAIR ist ein Gütesiegel, das derzeit auf Bezahldienste im Internet begrenzt ist. Reine Gratisdienste, zum Beispiel Musikstreaming-Plattformen ohne Premium-Dienste, Internetradios oder Mitschneidedienste, können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht Partner der Initiative werden. Dienste, die neben kostenfreien auch bezahlte Inhalte anbieten – zum Beispiel die sogenannten Freemium-Angebote – können dagegen bei PLAYFAIR mitmachen.

Für einen Überblick über die legalen Streaming- und Downloadplattformen, die Musik entweder gratis oder bezahlt anbieten, empfiehlt sich die Webseite www.pro-music.org, auf der die Dienste, mit denen die Musikfirmen weltweit zusammenarbeiten, aufgeführt sind.

Warum braucht es ein Gütesiegel für Musikdienste im Internet?

Die letzten Jahre haben vor allem in Deutschland gezeigt, wie sehr die Diskussion über illegale Nutzung von Musik – vor allem mit Blick auf die Abmahnungen – polarisiert. Neben den zahlreichen legalen Angeboten für Musik im Internet gibt es nach wie vor viele Webseiten oder Dienste, über die Musik in hohem Maße illegal verbreitet wird, oder solche, die bewusst in rechtlichen Grauzonen agieren, zum Beispiel, um keine Lizenzen an die Kreativen und ihre Partner zahlen zu müssen.

Wann es sich um solche schwarzen Schafe handelt, ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Schwierig wird es besonders dann, wenn für den Musikgenuss gezahlt werden muss, obwohl die Anbieter die Musik gar nicht lizenziert haben. Aber auch unlizenzierte Seiten, bei denen zum Beispiel über Werbung mit etablierten Marken das Gefühl vermittelt wird, dass man sich auf der "richtigen Seite" befindet, tragen zur Verunsicherung der Verbraucher bei.

Im selben Zusammenhang kommt eine aktuelle Studie der GfK zu dem Ergebnis, dass es nur etwa einem Drittel der Bevölkerung leichtfällt, zwischen einem legalen und einem illegalen Musikangebot im Internet zu unterscheiden. Neun von zehn Deutschen würden ein Gütesiegel für Online-Medienangebote begrüßen, bei dem der Konsument auf den ersten Blick erkennt, ob es sich um einen lizenzierten Service handelt, dessen Nutzung legal ist und bei dem auch die Kreativen und deren Partner vergütet werden. Hier setzt das neue Gütesiegel an, indem es eine klare Orientierung ermöglicht.

Bleibt PLAYFAIR auf Musik beschränkt?

Nicht zwangsläufig. Zu Beginn der Initiative wird sich PLAYFAIR auf Angebote für Musik im Internet konzentrieren, perspektivisch ist es denkbar und wird angestrebt, dass die Initiative auch auf andere Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft ausgeweitet wird, zumal viele Online-Anbieter digitaler Inhalte neben Musik auch Filme, eBooks oder Games im Programm haben.

Bedeutet PLAYFAIR auch, dass die Künstler fair vergütet werden?

PLAYFAIR kennzeichnet legale Online-Services, die von den Rechteinhabern lizenziert wurden und die Kreativen sowie ihre Partner an den Einnahmen beteiligen. Damit erfolgt eine bewusste Abgrenzung zu solchen Diensten, die ihre Geschäfte – unfairerweise – auf Kosten der Kreativen machen und diese bei der Nutzung ihrer Werke weder um Erlaubnis bitten, noch dafür vergüten. Hier schafft PLAYFAIR eine klare Orientierung und Grundlage für die faire Nutzung von Musik im Internet – ein Anliegen, das im Übrigen auch von vielen Künstlern unterstützt wird.

Die konkrete Frage der Vergütungsgerechtigkeit zwischen Partnern ist bekanntermaßen in jedem Bereich wirtschaftlicher Betätigung sensibel – das verhält sich bei den Lizenzgeschäften nicht anders. Generell gilt, dass die jeweiligen Vereinbarungen zwischen den Künstlern, ihren Partnern bzw. auch den Musikdiensten geregelt werden. Dabei handelt es sich um Verträge, die ganz unterschiedlich ausgestaltet sind und zu denen PLAYFAIR generell keine Aussagen macht bzw. machen kann.

Gilt PLAYFAIR nur für Deutschland oder auch im Ausland?

PLAYFAIR ist aktuell Online-Shops und Diensten vorbehalten, die mit ihrem Online-Angebot in Deutschland verfügbar sind.

Gibt es vergleichbare Initiativen in anderen Ländern?

Ja, in Großbritannien gibt es bereits seit vielen Jahren die Initiative Music Matters, die mittlerweile auf die USA, Neuseeland und Australien ausgeweitet wurde und von zahlreichen Künstlern unterstützt wird. In Frankreich schafft die Initiative „Pur“ eine Orientierung im Bereich der legalen Angebote für Musik, Filme, Games usw. im Netz. Auch wenn diese Initiativen grundsätzlich das gleiche Ziel verfolgen wie PLAYFAIR, liegen jedem Siegel andere Prüfungskriterien und Verfahren zugrunde.

PLAYFAIR-Flyer

Die Simpleshow erklärt die Initiative PLAYFAIR